„Götter, Helden und Monster der Antike“
So lautete der Titel des diesjährigen schulinternen Lateinwettbewerbs und zur großen Freude ihrer Lateinlehrer stellten sich mit 40 an der Zahl außerordentlich viele Schüler der Jahrgänge 7 und 8 den anspruchsvollen Anforderungen.
Der 2006 zum ersten Mal durchgeführte Wettbewerb besteht aus zehn Aufgaben, die über einen Zeitraum von vier Wochen außerhalb des eigentlichen Unterrichts zu bearbeiten sind. Der Einsatz der ipads war diesmal ausdrücklich erlaubt, wobei allerdings die Mehrzahl der Aufgaben so gestaltet war, dass KI nicht oder nur begrenzt von Nutzen war und man seinen eigenen Kopf anstrengen musste.
Aufgabe 1 bestand aus einem bunten Potpourri von 14 Fragen mit jeweils vier Antworten rund um das Wettbewerbsthema. Die Fragen waren so konzipiert, dass man bei weitem nicht alle einfach von einer KI beantworten lassen konnte.
Noch mehr eigenständiges Denken war bei Aufgabe 2 gefragt, in der es um die „Herren des Olymp“ ging und ein Silbenmix zu elf Lösungswörtern zusammengesetzt werden musste.
Auch bei Aufgabe 3, in der Bilder von Göttern zu beschriften waren, musste man zunächst überlegen, welche Hinweise zum richtigen Ergebnis führten.
In Aufgabe 4 ging es um die Wochentage im Französischen, Italienischen und Spanischen, deren Bezeichnungen nahezu vollständig auf römische Götternamen zurückzuführen sind. Hier bestand die größte Herausforderung im unfallfreien Abschreiben der Recherche-Ergebnisse …
Ganz ohne KI mussten die Aufgabe 5 (Labyrinth zu dem Helden Theseus), die Aufgabe 6 (Lückentext zu dem Helden Odysseus und dem Windgott Äolus) und die Aufgabe 7 (Gitterrätsel zu ägyptischen, griechischen, römischen und germanischen Göttern) erledigt werden.
Bei Aufgabe 8, in der Bilder von „Monstern und Mischwesen“ mit entsprechenden Bezeichnungen zu kombinieren waren, war eine sorgfältige Internetrecherche nötig.
Traditionell ist die Aufgabe 9 ein „Diepholzer Allerlei“ mit Fragen zu Grammatik und Inhalt aus dem Lateinbuch. Hier kann alles vorkommen, was vorher im Unterricht behandelt wurde.
Ebenfalls Tradition ist, dass in Aufgabe 10 Kreativität gefragt ist. Diesmal konnten die Schüler im Rahmen des Oberthemas des Wettbewerbs zwischen drei Möglichkeiten wählen: 1) Bau eines Mobiles, 2) Kreieren einer Skulptur oder einer kleinen Szene und 3) Erstellung eines Kurzfilms. Die Energie und der Einfallsreichtum, die die Schüler dabei an den Tag legten, war beeindruckend: Marius Kalkhoff baute aus Legos eine gewaltige Tempelanlage. Tilda Binkowski entschied sich für die Geschichte von Aeneas, wie er mit mit seinem Vater Anchises auf dem Rücken und seinem Sohn Ascanius an der Hand das brennende Troja verlässt. Timo Pendzich formte eine giftgrüne Hydra mit zahlreichen zähnefletschenden Köpfen, Lara Bilsing einen blitzbewehrten, muskelbepackten Jupiter. Die Figur eines Cerberus mit drei grimmig dreinschauenden Köpfen wurde von Charlotte Krempig angefertigt. Finn Schneider schuf ein Relief mit der Darstellung einer Wölfin, die Romulus und Remus säugt. Das Troianische Pferd, das Jonas Junger aus Lego gebaut hatte, ließ sich an beiden Seiten öffnen. Auch Julian Meyer entschied sich für das Troianische Pferd und baute seines aus Streichhölzern, ebenfalls mit einer Klappe, die geöffnet werden konnte. Weitere Skulpturen kamen hinzu, die an dieser Stelle leider nicht alle genannt werden können. Sophia Knaus, die im Vorjahr einen Filmpreis gewonnen hatte, wandte ihre Kenntnisse im Rahmen dieses Wettbewerbs an. Wunderbar und zum Teil sehr aufwändig gestaltet waren auch viele der Mobiles: Maja Seidler verwendete als Grundlage Schrumpffolie, Finn Kolodziei und Liam Schumann Holzscheiben. Lieske Lohaus wählte für ihr mit grünen Blättern verziertes Mobile die Form eines Rätsels. Andere benutzten bemalte Bögen oder umwickelten Stäbe mit Wolle, um sie zu verschönern.
Alle Mobiles hängen derzeit zur Ansicht in 1FL5. Dort kann man auch die Tabelle mit Göttern sehen, die in Aufgabe 7b auszufüllen war und die von Zoe Neumann "nur so aus Spaß" wunderschön koloriert wurde. Die Skulpturen kann man im gegenüberliegenden Medienraum hinter Glas bewundern. Solch ein außerordentliches Engagement auf so breiter Ebene ist alles andere als selbstverständlich.
Das Siegertreppchen erklomm Tilda Binkowski mit 153,5 von 156 Punkten. Ihr folgten Timo Pendzich (147 P.) und Lara Bilsing (146 P.). Weitere 18 Schüler hatten mehr als 130 Punkte, mit wenigen Ausnahmen alle mehr als 100 Punkte.
Bei der Preisverleihung am 18.11.2025 bekamen die Teilnehmer von Lisa Blanke, Antje Bornemann-von Oehsen und Maria Schmutte, die die Jury bildeten, ihr hochverdientes Lob. Für die drei Erstplatzierten gab es Sonderpreise, für alle Urkunden und Gutscheine für ein gemeinsames Eisessen. Einziger Wermutstropen: Da die Diepholzer Eisdielen im Winter geschlossen sind, müssen wir noch etwas mit der Einlösung der Gutscheine warten.
Die Erstellung der Wettbewerbsunterlagen erfordert viel Zeit, aber angesichts der diesjährigen Ergebnisse ist die Motivation hoch, auch im nächsten Jahr einen Lateinwettbewerb durchzuführen. Ein schönes Thema wird uns einfallen. Die jetzigen Sechtsklässler können sich also schon freuen :-)
Text und Fotos: Maria Schmutte
P.S.: Wer einen Blick in die diesjährigen Wettbewerbsunterlagen werfen möchte, kann das hier tun.