Botschafterin mit GFS-Wurzeln: Die große Welt zu Gast in der Mensa

Was haben die Weltpolitik, das Kopenhagener Botschaftsparkett und die Graf-Friedrich-Schule gemeinsam? Die Antwort lautet: Anke Meyer. Die GFS-Abiturientin des Jahrgangs 1987 kehrte im Rahmen der traditionsreichen Reihe „Von der Schule in die Welt“ an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Vor rund 120 interessierten Zuhörern in der Mensa gab die heutige deutsche Botschafterin in Dänemark spannende Einblicke in ihren Berufsalltag.

Eigentlich war der Besuch bereits für Februar geplant, doch die internationale Großwetterlage machte den Plan vorerst zunichte: Wegen diplomatischer Verwicklungen rund um die Grönland-Krise wurde die Diplomatin in Kopenhagen schlichtweg gebraucht. Dass sie es einmal an die Spitze einer Auslandsvertretung mit 32 Mitarbeitern schaffen würde, ist das Resultat eines harten Weges: Nach ihrem Abitur an der GFS folgten ein anspruchsvolles Auswahlverfahren des Auswärtigen Amtes, ein Stipendium am Europakolleg in Warschau sowie fundierte Sprachkenntnisse. Von ihren damaligen Englisch- und Französisch-Leistungskursen an der GFS profitiert sie bis heute. Zu den Highlights ihrer bisherigen Laufbahn gehört zweifellos ihre offizielle Akkreditierung im Jahr 2025, bei der sie standesgemäß in einer Kutsche und mit weißen Handschuhen zum dänischen König Frederik X. gefahren wurde.

Mit Klischees über Cocktailpartys und ständigen Empfängen räumte die Botschafterin im Gespräch gründlich auf. Der Glamour-Faktor sei überschaubar, stattdessen stehe knallharte Arbeit auf der Agenda – angefangen bei der Krisenbewältigung und Betreuung deutscher Staatsbürger im Ausland bis hin zur Organisation hochrangiger Politikerbesuche.

In ihrem Vortrag widmete sich Meyer zudem der zentralen Frage, ob Diplomatie in Zeiten von Konflikten wie in der Ukraine oder unter Politikern wie Trump und Putin ein Auslaufmodell sei. Ihre klare Botschaft: Ganz im Gegenteil. Zwar würden Kriege auf dem Schlachtfeld entschieden, doch für jegliche Waffenstillstände und Nachkriegsordnungen brauche es zwingend den Verhandlungstisch.

Auf die Frage nach den größten kulturellen Unterschieden zwischen ihrer Heimat und ihrer Wahlheimat Dänemark schmunzelte die Botschafterin: Während die Dänen das Glas traditionell als halbvoll ansehen, neigen die Deutschen eher zum halbleeren Glas. Sie plädiert daher für mehr Zuversicht und betonte, dass Deutschland im internationalen Vergleich nach wie vor einen exzellenten Ruf als starker, verlässlicher Partner und Rechtsstaat genieße.

Musikalisch untermalt wurde der gelungene Abend von Kai Franck (Abiturjahrgang 2026) am Flügel. Ein inspirierender Abend, der den aktuellen Schülerinnen und Schülern zeigte, wie weit der Weg von der GFS direkt in die Chefetagen der Welt führen kann.

Einen ausführlichen Artikel des Kreisblattes über die Veranstaltung finden Sie hier.

Text: GFS, Foto: Anke Meyer