Europatage 2025: Schüler gestalten Europa
Am 30. Juni und 1. Juli 2025 fanden an der Graf-Friedrich-Schule Diepholz die diesjährigen Europatage statt. Unter dem Motto „Europe (un)limited – in Vielfalt geeint“ hatten die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs ein besonderes Projekt vorbereitet. Im Rahmen ihres Seminarfachs entwickelten sie insgesamt 15 Workshops, die sie an diesen beiden Tagen mit den Jahrgängen 10 und 11 durchführten. Damit entstand ein innovatives Format, das ganz bewusst auf externe Referenten verzichtete und stattdessen auf das Prinzip „von Schülern für Schüler“ setzte.
Die Themen der Workshops spiegelten die Vielfalt der Europäischen Union wider und deckten sämtliche relevanten Politikfelder ab. Dabei ging es um Nachhaltigkeit und Klimaschutz ebenso wie um Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, um Fragen der Wirtschafts- und Währungsunion, um Energiepolitik, Sicherheit und Verteidigung, aber auch um Kultur, Sprache, Bildung und die Erweiterungsperspektiven der EU. Auf diese Weise erhielten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11 einen umfassenden Einblick in die zentralen Aufgaben und Herausforderungen Europas.
Im Mittelpunkt stand jedoch nicht die reine Wissensvermittlung, sondern das gemeinsame Lernen auf Augenhöhe. Die Zwölftklässler verstanden sich nicht als Experten, sondern als Mitlernende, die ihre eigenen Interessen und Forschungsergebnisse aus der Facharbeit in jugendgerechte Workshopformate übersetzten. Durch vielfältige Methoden, Diskussionen und spielerische Elemente entstand ein intensiver Austausch, bei dem die Teilnehmenden ihre Fragen, Ideen und Sichtweisen aktiv einbringen konnten. So wurden Themen, die oft als abstrakt oder kompliziert empfunden werden, anschaulich und greifbar.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten Fragen, die junge Menschen direkt betreffen: Welche Werte tragen die Europäische Union? Wie entstehen Entscheidungen in Brüssel? Welche Rechte habe ich als EU-Bürger? Welche Möglichkeiten eröffnen sich, in anderen europäischen Ländern zu lernen, zu arbeiten und zu leben? Und wie kann man als Jugendlicher überhaupt Einfluss auf europäische Politik nehmen? Die Workshops boten nicht nur Antworten, sondern regten auch zum Nachdenken über die eigene Rolle in Europa an und ermutigten zu persönlichem Engagement.
Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11 war es eine wertvolle Gelegenheit, Europa praxisnah und lebendig zu erleben. Gleichzeitig bot das Projekt den Zwölftklässlern die Möglichkeit, ihre Seminarfacharbeiten in einem realen Kontext zu präsentieren und dabei wichtige Kompetenzen in Organisation, Kommunikation und Teamarbeit zu erwerben. Die Europatage 2025 zeigten, wie politische Bildung gelingt, wenn junge Menschen selbst Verantwortung übernehmen und Europa für andere erlebbar machen.
Text: Dominic Hermes